Unzuverlässige Betäubung der Schweine – Verstöße gegen Tierschutz an bayerischen Schlachthöfen – 11.12.2016

Ein Team aus Reportern der Süddeutschen Zeitung und BR Recherche hat einige der Betriebe entschlüsselt, die in einer Studie (Dissertation von Doktorandin Tanya Reymann) nur anonymisiert genannt wurden, darunter der Mottinger Hof (Motting bei Vilsbiburg) , der Bio-Schlachtbetrieb Chiemgauer Naturfleisch und die Schlachthof Augsburg GmbH. Die Recherchen zeigen, dass – entgegen der früheren Aussage des Bayerischen Verbraucherschutzministeriums – Betriebe nach wie vor Probleme mit der zuverlässigen Betäubung der Schweine haben. Am Montag räumte das Ministerium ein, dass auch bei den Nachkontrollen der Betriebe „vereinzelt erneut gravierende Mängel“ und im Ergebnis immer noch „geringgradige bis mittelgradige Gesamtmängel“ festgestellt worden sind.

Es ist beschämend,  dass auch ein Biofleischbetrieb wie die Fa. Chiemgauer Naturfleisch GmbH aus Trostberg/Oberbayern gravierende Verstöße bei der Betäubung der Tiere aufwies und diese anscheinend noch immer nicht beseitigt sind, weil ein Ordnungswidrigkeitsverfahren aktuell gegen diese Firma läuft.

Detaillierte Infos erhalten Sie hier:

„Wie in bayerischen Schlachthöfen Schweine gequält werden“ in der Süddeutschen Zeitung (07.12.2016)

Verstöße gegen den Tierschutz in bayerischen Schlachthöfen„, Bericht im Funkstreifzug, BR Podcast (11.12.2016)

 

 

 

Dissertation von Tanya Reymann: Vergleichende Überprüfung des Tierschutzes in Schlachthöfen

An bayerischen Schlachtbetrieben endet die Reise des Schweins oft qualvoll. Im Frühjahr 2016 veröffentlichte das Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) eine Studie, die einen Einblick in die Schlachterbranche gewährt, so brutal und nah, wie es ihn in Bayern nie zuvor gab. Die Doktorandin Tanya Reymann untersuchte von Januar 2014 bis Januar 2015 zwanzig große bayerische Schlachthöfe. Dabei stellte sie fest, dass Schlachtbetriebe zahlreich gegen gesetzliche Vorgaben verstoßen. Bei jedem vierten elektrisch betäubten Schwein kam es zu Problemen. Schweine erlitten etwa heftige Stromstöße und wurden dem Risiko ausgesetzt, bei der Schlachtung den Todesstich in die Halsschlagader mitzuerleben.

Hier der Link zur Dissertation