Verheizt für billige Milch – das Leiden der deutschen Turbokühe

Die ARD-Dokumentation „Verheizt für billige Milch – das Leiden der deutschen Turbokühe“

http://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/videosextern/verheizt-fuer-billige-milch-das-leiden-der-deutschen-turbokuehe-102.html

zeigt verheerende Missstände bei der Milchproduktion auf. Für billige Milch (und daraus erzeugte Milchprodukte) werden Hochleistungskühe gezüchtet, die nach kurzer Lebenszeit aussortiert werden, sobald sie keine hohe Quote mehr an Milch bringen. Dies ist die Degradierung der Kuh zur reinen Milchmaschine. Durch die Hochleistungszucht leiden die Tiere an viel zu großen Eutern und damit verbundenen Entzündungen und Gelenkschäden. Zudem wird nicht artgerechtes Kraftfutter zur Milchleistungssteigerung gefüttert, das schwere gesundheitliche Probleme wie Magendurchbrüche verursacht. Diese Hintergründe sind dem Verbraucher nicht klar, da die Milchkühe meist im Verborgenen gehalten werden. Auf den Milchpackungen und in der Werbung wird eine schöne Haltung auf saftigen Wiesen vorgegaukelt.

Was kann ich als Verbraucher tun? Welche Alternativen gibt es?

Der Verbraucher selbst muss bereit sein, mehr für Milch und Milchprodukte aus einer kuhgerechteren Haltung zu bezahlen oder insgesamt weniger Milchprodukte zu konsumieren. Billige Milch ist gleichbedeutend mit Tierleid und Ausnutzung. Denn wenn schon die Bauern nicht genug Geld für ihre Milch bekommen, wie soll dann etwas für die Haltung der Kühe übrig bleiben? Wenn Sie konsequent ausschließlich Produkte in Bioqualität kaufen, ist schon ein guter Anfang gemacht. Selbst herkömmliche Markenware garantiert keine artgerechte Haltung. Bio ist zwar nicht immer gleichbedeutend mit idealer Haltung, aber grundsätzliche Mindeststandards müssen eingehalten werden. Private Bio-Anbieter wie z.B. Naturland, demeter und Bioland haben noch strengere Richtlinien als die EU-Öko-Verordnung.

Es gibt einen Verbraucherleitfaden, an dem Sie sich orientieren können:

http://www.kuhplusdu.de/files/Milchratgeber_Welttierschutzgesellschaft-eV.pdf

Sowohl der Einzelhandel, Molkereien, Verbraucher als auch der Staat könnten beispielsweise Verbesserungen in der Milchkuhhaltung anstoßen, indem sie die Einhaltung von bestimmten Maßnahmen fordern und entsprechend finanziell honorieren.