Besuch bei Landwirt Patzinger in Stranz

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Am 31. Mai 2016 besuchten einige Mitglieder des „Schutzbündnis Tier und Umwelt Landshut“ den Landwirt Patzinger in Stranz, welcher als Schweinemäster erste Schritte eingeleitet hat, um sich vom Zwang zu befreien, immer billiger produzieren zu müssen, da dies auf Kosten von Mensch, Tieren und Umwelt gehe. So erhalten die Tiere mehr Platz als gesetzlich vorgeschrieben (20% – 30%) und sie werden gentechnikfrei und mit zusätzlichem Strukturfutter gemästet. Erkrankte Tiere erhalten Zeit zur Rekonvaleszenz, was bedeutet, dass sie bis zur Gesundung nicht zunehmen müssen. Der insgesamt bessere Gesundheitsstatus der Tiere führt dazu, dass nur geringste Mengen an Medikamenten und keine Futterantibiotika eingesetzt werden müssen. Geschlachtet werden die Tiere beim Metzger Baumann in Mallersdorf-Pfaffenberg. Die Tiere finden dort nach dem Transport eine Stallung vor, wo sie sich beruhigen und erholen können. Die stressfreie Schlachtung erhöht nach Aussage der Metzger die Qualität des Fleisches.

Diese Partnerschaft zwischen Metzgerei und Landwirt stellt für beide eine win-win-Situation dar, da die Qualität den Kunden überzeugt, so dass der Kundenstamm des Metzgers gefestigt wird und der Landwirt durch die bessere Bezahlung pro Tier mit weniger Tieren und mehr Tierwohl wirtschaftlich arbeiten kann.

Herr Patzinger beweist Mut, hier in Vorleistung einen eigenen Weg zu gehen. Am Ende dieses Weges könnte nach seiner Aussage evtl. der Biostandard erreicht werden. Nun aber ist erst der Verbraucher gefragt, der bereit ist, für das Mehr an Tierwohl den Mehrpreis von 5 C / 100g Fleisch zu bezahlen.

Mehr Info unter http://www.gerhardpatzinger.de/

Nach Meinung des Schutzbündnis Tier und Umwelt sollte auch für die Fleischproduktion ein mehrstufiges Qualitätssiegel eingeführt werden. Auch Klaus Müller, Chef der Verbraucherzentrale Bundesverband plädiert für mehr Transparenz an der Fleischtheke: Je artgerechter die Tierhaltung umso höher die Qualitätsstufe. Dann hätte der Verbraucher die Möglichkeit, sich beim Einkauf für eine artgerechtere Tierhaltung zu entscheiden und diese so zu fördern.